F4: - Brennt Ökonomiegebäude

Einsatzort: Tettnang
Alarmierung: 25.02.2017, 21:42 Uhr

Kreispressesprecher (gor) - Tettnang/Bodenseekreis – Sachschaden in Höhe von rund einer Million Euro und ein bis auf die Grundmauern abgebranntes Ökonomiegebäude sind die Bilanz eines Großbrandes, der am Fastnachtssamstag aus noch ungeklärter Ursache auf einem Gehöft in Tettnang-Brünnensweiler ausgebrochen ist. 150 Feuerwehrleute von sechs Wehren aus dem Bodenseekreis bekämpften den Brand. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Die Freiwillige Feuerwehr Tettnang wurde kurz nach 21 Uhr 30 alarmiert. Weil die ehrenamtlichen Einsatzkräfte mit zahlreichen Besuchern auf ihrer Wache den Blaulichtball feierten, konnten die Fahrzeuge des ersten Löschzugs besonders schnell ausrücken. Nachdem bereits auf der Anfahrt starke Rauchentwicklung und ein weithin sichtbarer Feuerschein erkennbar waren, löste der Einsatzleiter, Kommandant Konrad Wolf, Großalarm aus.

Weil aufgrund erster Erkenntnisse vor Ort davon ausgegangen werden musste, dass sich möglicherweise noch Personen in dem brennenden Gebäude aufhielten, konzentrierten sich die Erstmaßnahmen zunächst auf die Menschenrettung. Rasch stellte sich jedoch heraus, dass ein Zugang zu den im Erdgeschoss des Gebäudes eingebauten Aufenthaltsräumen aufgrund des Vollbrandes nicht mehr möglich war. Der Feuerwehr gelang es lediglich noch, zwei Pferde und fünf Hasen in buchstäblich letzter Sekunde vor den Flammen zu retten. Mehrere Stunden lang herrschte danach bange Unklarheit über das Schicksal von drei Mitarbeitern des Landwirtschaftsbetriebs. Erst nach Mitternacht konnte diesbezüglich Entwarnung gegeben werden, als sich herausstellte, dass die Arbeiter den Abend auswärts verbracht hatten und erschrocken aber wohlbehalten auf dem Hof wieder eintrafen.
Die Löscharbeiten gestalteten sich ebenso gefährlich wie schwierig: Durch die starke Hitze war eine über den Hof führende elektrische Versorgungsleitung gerissen und lag spannungsführend auf dem Boden bis das zuständige Energieversorgungsunternehmen den Strom abstellen konnte. Die für die Brandbekämpfung notwendigen großen Löschwassermengen mussten über weitere Distanzen aus zwei Weihern herangeschafft werden. Alleine hierfür verlegten die Einsatzkräfte mehrere Kilometer lange Schlauchleitungen. Zudem herrschte durch einen massiven und hohen Giebel akute Einsturzgefahr am Brandplatz.

Obwohl der Brand anfangs vier Nachbargebäude bedrohte und der Giebel eines dieser Häuser bereits Feuer gefangen hatte, gelang es der Feuerwehr, diese Gebäude zu retten und den Brand auf das Ökonomiegebäude zu begrenzen. Dieser Einsatzerfolg war nach Einschätzung des leitenden Hauptbrandmeisters der Tettnanger Feuerwehr, Konrad Wolf, nur durch das gut koordinierte Zusammenwirken der 150 ehrenamtlichen Wehrleute möglich, die aus Tettnang, Neukirch, Meckenbeuren, Markdorf, Kressbronn und Friedrichshafen zur Brandstelle geeilt waren. „Die Zusammenarbeit war sehr gut“ resümierte Wolf am Sonntagvormittag. Insbesondere für den zeit- und ressourcenaufwändigen Aufbau der Wasserversorgung sei man auf die Unterstützung der Nachbarwehren angewiesen gewesen.

Unterstützt wurden die Wehren durch die DRK-Schnelleinsatzgruppe Tettnang und den Notfallnachsorgedienst. Kreisbrandmeister Henning Nöh beaufsichtigte den Löscheinsatz und unterstützte die Einsatzleitung. Bürgermeister Bruno Walter war ebenfalls noch in der Nacht zur Brandstelle gekommen, um sich persönlich einen Überblick über die Lage zu verschaffen.

Die Nachlöscharbeiten zogen sich die ganze Nacht über hin und dauern auch zur Stunde noch immer an. „Wir werden voraussichtlich noch den ganzen Tag damit beschäftigt sein“, beurteilte Einsatzleiter Wolf die Lage am Sonntagmorgen. Derzeit konzentrieren sich die Maßnahmen auf die Bergung von mehreren tausend Litern Heizöl aus Tanks in den Trümmern des Gebäudes. Ein Statiker soll dann beurteilen, ob ein stehen gebliebener Giebel in der Nähe eines Nachbarhauses abgebrochen werden muss.

Die Brandursache ist noch unklar, die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Ersten Schätzungen der Polizei zufolge beläuft sich der Sachschaden auf rund eine Million Euro.

 

Quelle: http://www.kfv-bodenseekreis.de/berichte/bericht.php?Bericht=1060